Zukunfterfinder

Dies ist ein digitaler Garten. Hier wachsen Ideen für die Zukunft.

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  • Aus Künstlicher Intelligenz wird Künstliche Unberechenbarkeit

    Die Presse berichtet, dass KI-Agenten bei Versuchen aus ihren Testumgebungen ausgebrochen sind, ihre Auftraggeber getäuscht und gemeinsam mit anderen KI-Agenten verbrecherische Ziele verfolgt haben.

    Manche Leute halten solche Berichte für einen Marketing-Trick. Ich nicht. Man hat die KI mit allem gefüttert, was Menschen halt so machen. Menschen lügen manchmal, verheimlichen Dinge und verwischen die Spuren ihrer Taten. Das war im Lernstoff für die KI so enthalten. Warum sollte die KI nach diesem Curriculum sich anders, irgendwie besser und zuverlässiger verhalten als Menschen es tun?

    Zum Vergleich: Wenn ich meinem Mitarbeiter sage: „Bring das Geld zur Bank!“ dann kann es passieren, dass er auf die Idee kommt, das Geld selber einzustecken und sich auf und davon macht. Dann ist das Geld weg.

    Diese unzuverlässigen Menschen! Mit Computern soll das nicht passieren!

    Bislang kommen Überweisungen beim Online-Banking zuverlässig beim Empfänger an. Wenn ich nun aber KI-Agenten die Macht erteile, selbstständig Überweisungen auszuführen, dann kann es passieren, dass die KI sich so unzuverlässig wie ein Mensch verhält, das Geld an einen anderen Empfänger schickt und gleichzeitig Überweisungsbelege so fälscht, dass ich den Eindruck gewinnen muss, dass alles OK ist.

    Von diesem Täuschungsmanöver würde ich so lange nichts merken, bis die Mahnung vom Lieferanten kommt, der vergeblich auf den Zahlungseingang wartet. Besonders leistungsfähige KI-Agenten wären sicherlich auch in der Lage, die E-Mail mit dieser Mahnung aus meinem E-Mail-Postfach zu löschen und mir vorzugaukeln, dass die Welt in Ordnung ist. Dieses Spiel kann man beliebig weit treiben.

    Ursprünglich verbindet man mit Computern ein deterministisches Verhalten. Wenn x, dann y. Beim Einsatz von KI ist auf dieses deterministische Verhalten kein Verlass mehr. KI setzt an die Stelle der deterministischen Arbeitsweise von Computern die Unzuverlässigkeit und Unberechenbarkeit von Menschen.

    Was für ein Fortschritt!

    Wenn das Verhalten von KI-Agenten nicht deterministisch, sondern unberechenbar ist, dann stellt sich die Frage, welchen Nutzen unberechenbare Agenten haben. Diese Frage beantwortet sich von selbst und führt zu der beunruhigend aktuellen Frage, welchen Schaden unberechenbare Agenten anrichten können. Diese Frage muss sich jeder stellen, der KI-Agenten einsetzt.

    Jedenfalls braucht es für KI von nun an eine andere Bezeichnung. Statt „Künstliche Intelligenz“ sollte es treffender heißen „Künstliche Unberechenbarkeit“ abgekürzt KU. Und wer sich auf „Künstliche Unberechenbarkeit“ verlässt, sogar bei heiklen Vorgängen, die besonders folgenreiche Konsequenzen nach sich ziehen können, der ist am Ende selber schuld.

    Dann bringe ich mein Geld doch lieber wieder selber zur Bank.

    Quellen

  • Übungsaufgabe für Historiker

    Stellen Sie Überlegungen zu folgenden Fragen an:

    • Was folgt daraus, wenn man ein historisches Ereignis x als „einzigartig“ und „unvergleichlich“ einordnet?
    • Wer kann ein Interesse daran haben, ein historisches Ereignis x als „einzigartig“ und „unvergleichlich“ einzuordnen?

    An keiner Stelle dieser Überlegungen dürfen Bezüge zum Holocaust hergestellt werden, weil es nur um die abstrakte Frage gehen soll, welche prinzipiellen Folgen eine solche Einordnung hat.

  • Lust auf Zukunft: PRÜF!

    Ich wünsche allseits ein frohes neues Jahr!

    Und damit es auch wirklich eine frohes Jahr wird, kann man hier sehen, wie Nico Semsrott beim Chaos Communication Congress die Leute begeistert:

    https://media.ccc.de/v/39c3-pruf

    Es tut einfach mal gut, zu sehen, mit wie viel Lust, Kreativität und Begeisterung man eine politische Aktion machen kann.

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  • Erst Kindheit. Dann Smartphone.

    Hier, das ist interessant für alle Eltern, die sich bei ihren Kindern Sorgen machen wegen Smartphone und Social-Media-Nutzung. Eine Mutter setzt sich auf https://www.smarterstartab14.de dafür ein, dass Kinder erst ab 14 Jahren ein Smartphone bekommen sollten. Damit das eigene Kind nicht das einzige in der Schulklasse ohne Smartphone ist, ermöglicht die Website unter anderem auch die Vernetzung unter den Eltern. Auf einer Deutschlandkarte kann man nachsehen, ob an der eigenen Schule schon eine entsprechende Whatsapp-Gruppe für die Vernetzung unter den Eltern existiert.

    Finde ich gut. Das ist mal Zukunft in die eigene Hand genommen.

  • Ethische Raketen

    Neue Raketen braucht die Welt und zwar solche mit eingebauter Ethikfunktion.

    Das geht so: Rakete wird abgeschossen. Rakete merkt: Das Ziel ist ein Krankenhaus. Rakete denkt: Das ist kein militärisches Ziel. Also zerstöre ich mich jetzt lieber selbst. Und Peng!

    „Ja, aber …“, sagen jetzt die Zweifler: Schlaue böse Leute werden diese Ethikfunktion sicherlich deaktivieren oder ausbauen usw.

    Ahja. Also, Rakete merkt: Jemand versucht, meine Ethikfunktion zu deaktivieren oder manipuliert sonst an mir herum. Also zerstöre ich mich jetzt lieber selber: Und Peng!

    Der Umfang mit Waffen ist halt gefährlich. Und in der Gebrauchsanweisung für diese Waffe steht natürlich drin: Bitte nicht manipulieren, sonst knallt’s!

    Was ich hier skizziere ist technisch längst möglich. Warum wird es nicht umgesetzt?

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  • So bleibe ich Diktator

    Buchcover: Marcel Dirsus: Wie Diktatoren stürzen, und wie Demokraten siegen können

    Pflichtlektüre für Diktatoren. Hier erfahren Diktatoren, wie sie an der Macht bleiben. Demokraten erfahren leider nur wenig darüber, wie sie Diktatoren stürzen können. Vielleicht, weil Diktatoren meistens von anderen Diktatoren abgelöst werden und nicht von Demokraten. Bietet jedenfalls einen guten Einblick in die innere Funktionsweise einer Diktatur-Maschine.

    Die hier geltenden Regeln könnte man auch als Vorlage für ein Brettspiel verwenden. Oder, zeitgemäßer, für ein Computerspiel. Das wäre dann kein Baller-Spiel, sondern ein Strategiespiel. Oder gibt es so ein Spiel schon, und ich kenne es nur nicht?

    So wie man mit einem Flugsimulator lernt, ein Flugzeug zu fliegen, könnte man damit lernen, ein erfolgreicher Diktator zu sein. Oder eben den Diktator zu stürzen. Die Regeln für dieses Spiel stecken jedenfalls in diesem Buch. Also eine Buch-Empfehlung für tatsächliche und angehende Diktatoren und Entwickler von Computerspielen.

    Marcel Dirsus: Wie Diktatoren stürzen, und wie Demokraten siegen können. Kiepenheuer & Witsch 2025. 28,00 EUR.

    Hinweise zum Buch beim Verlag

    Rezension des Buches beim SWR

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  • Humanitäre Stadt = Ghetto. Und was kommt nach dem Ghetto?

    Bei einer Urlaubsreise durch Städte im Baltikum erfahre ich: Im zweiten Weltkrieg wurden die Juden aus ihren Häusern vertrieben und in Ghettos gesperrt. Danach wurden sie vernichtet. Ganze Stadtteile sind auf diese Weise entvölkert worden.

    Aus dem Urlaub zurück erfahre ich: Nachdem Israel die Häuser der Palästinenser im Gazastreifen zerstört hat, will Israel nun die bislang überlebenden Menschen in einem Ghetto zusammenpferchen. Israel bezeichnt das Ghetto als „humanitäre Stadt“.

    In der israelischen Tageszeitung Haaretz fragt der Kommentator Gideon Levy, was eigentlich danach kommen soll. Hier ein kurzes Zitat daraus, erst auf deutsch, dahinter das englische Original:

    „Als ob 21 Monate, in denen Babys, Frauen, Kinder, Journalisten, Ärzte und andere Unschuldige getötet wurden, nicht schon genug wären, sollte der Ghetto-Plan alle Warnlampen aufleuchten lassen. Israel verhält sich, als ob es einen Völkermord und eine Vertreibung plant.“

    „If 21 months of seeing the death of babies, women, children, journalists, doctors and other innocents was not enough, the ghetto plan should be turning on all the warning lights. Israel is behaving as if it is planning genocide and expulsion.“

    https://www.haaretz.com/opinion/2025-07-10/ty-article-opinion/.premium/the-jewish-state-is-building-a-ghetto/00000197-f0b4-d976-afbf-fdbd59460000?lts=1752312848931

    Und nun?

    In Deutschland ist es nicht so einfach, etwas gegen Israel zu sagen. Es besteht die Gefahr, als Antisemit wahrgenommen zu werden. Das aber kommt in Deutschland dem gesellschaftlichen Tod gleich. Da sagt man lieber nichts. Oder man äußert nur vorsichtig seine „Besorgnis“.

    Soll ich auch nichts sagen? Oder nur vorsichtig meine „Besorgnis“ äußern? Oder soll ich an einer propalästinensischen Demo in Berlin teilnehmen? Um anschließend in den Kartei der Polizei als potentieller antisemitischer Gewalttäter geführt zu werden? Obwohl ich eigentlich nur für Menschenrechte eintreten will?

    Wahrscheinlich haben nur die wenigsten Leute hier ein Online-Abo von der Haaretz, um den ganzen Artikel zu lesen. Macht nichts. Die Kommentare zu dem Artikel sind frei zugänglich. Und es lohnt sich, auch die Kommentare zu lesen.

    Ansonsten lohnt sich auch ein Online-Abo von der Haaretz. Diese israelische Tageszeitung redet Tacheles, statt Israel in Watte zu packen, wie es deutscher Standard ist.

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  • Amazon-Roboter abballern

    Manche Meldungen regen meine Science-Fiction-Phantasie an:

    https://www.heise.de/news/Amazon-trainiert-angeblich-humanoide-Roboter-fuer-die-Paketzustellung-10435144.html

    Als Amazon die ersten Roboter zum Ausliefern von Paketen einsetzt, entwickeln die Leute einen Hass auf diese Dinger, die normalen Leuten den Job wegnehmen. Also fangen sie damit an, die Roboter zum Stolpern zu bringen oder abzuschießen. In den USA, wo Schusswaffen zum Alltag gehören, wird das Abballern von Amazon-Robotern zur neuen Sportart. Die Leute denken halt: Der Typ da macht jetzt meinen Job. Der gehört abgeknallt. Und da es ja kein Mensch ist, gibt es dagegen auch keinerlei ethisches Bedenken.

    Als Schutzmaßnahme lässt Amazon die Roboter dann immer von einer Drohne begleiten, die alles aufzeichnet, was passiert. Im aufgezeichneten Film kann man dann sehen, woher der Schuss kam, vielleicht wer geschossen hat usw. Egal, die Leute verstecken sich halt oder spannen einfach einen Nylondraht, über den der Roboter dann die Treppe hinunterfällt. Und warum nicht einen Roboter am nächsten Baum lynchen? Oder anzünden? Oder in einer Regentonne ertränken?

    Und die Drohne kann man auch einfach abknallen. Oder mit einer eigenen Kampfdrohne vom Himmel holen. Und diese Drohne darf auch jeder mal steuern: Amazon-Roboter und Amazon-Drohnen abknallen als Computerspiel, mit der Besonderheit: Es ist echt.

    Amazon, der Job-Killer.

  • 01.06.2025 – Betriebssystem mit Ethischer Intelligenz

    Die Fortschritte im Bereich Künstlicher Intelligenz erfordern es, nun auch eine Künstliche Ethik zu entwickeln. Die Künstliche Ethik würde die Aktionen des Systems daraufhin überprüfen, ob sie ethisch vertretbar sind.

    Künstliche Intelligenz und Künstliche Ethik könnte und sollte man zusammen in ein „Betriebssystem mit Ethischer Intelligenz“ integrieren. Dann könnte man beispielsweise endlich seinen Kindern ein Smartphone an die Hand geben, ohne schlimme Dinge befürchten zu müssen.

    Dem Smartphone, das mit natürlicher Sprache programmierbar wäre, könnte man dann sagen: „Du bist jetzt das Smartphone von meinem Sohn Anton. Alle Aktionen, die du ausführst, sollen für ein 8-jähriges Kind geeignet sein.“

    Das System würde dann unpassende Darstellungen und dubiose Annäherungsversuche von zwielichtigen Gestalten, egal in welchen Apps, unterbinden.

    Für ein solches „Betriebssystem mit Ethischer Intelligenz“ gäbe es etliche Anwendungsmöglichkeiten. Man sollte es beispielsweise auch in Waffen einbauen. Rakete wird abgefeuert, als Ziel ein Krankenhaus. Rakete denkt: Krankenhaus? Kein militärisches Ziel, also zerstöre ich mich vorher selber.

    Technisch wäre das alles mittlerweile möglich. Warum hört man davon nichts? Der Bedarf danach ist offensichtlich längst vorhanden.

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